Thema:
Planung einer Reihe
Impulse zur Auseinandersetzung:
Für Peter Senge besteht die Kunst des systemischen Denkens darin, "den Wald und die Bäume zu sehen". Ist die Planung einer Reihe eine Kunst?
Inhaltliche Hinweise
Die Montessori-Pädagogik eignet sich in hervorragender Weise, die Verbindung von Lern- und Entwicklungsprozessen im Kontext erzieherischer Fragestellungen zu bearbeiten - ein originäres Anliegen für die Jahrgangsstufe 11/2. Die Vernetzung zwischen Umwelt, Kind und Erzieher und die sich darin wiederfindenden Verantwortungsbereiche der am Erziehungsprozess Beteiligten bieten die Möglichkeit, die Bedeutung der Erzieherpersönlichkeit für Lern- und Entwicklungsprozesse zu hinterfragen. Die über den VdP bereitgestellte sehr umfangreiche Materialmappe zur Montessoripädagogik von Dieter Schneider ist eine große Hilfe. Wichtige Hinweise zu dem Erziehungsverständnis und der Aufgabe des Erziehers findet man in dem Buch von Ingeborg Becker-Textor: Maria Montessori: Zehn Grundsätze des Erziehens. Herder Spektrum Verlag, Freiburg 2002. Filmmaterial ist über den Versand www.media-versand.de erhältlich, auf der Website des Montessorizentrums der Uni Münster (http://www.uni-muenster.de/Montessorizentrum/) werden zudem Filme rezensiert. Aufschlussreich ist auch der von Hans Eichelberger gestaltete Beitrag zu dem Thema: ´Die Montessori-Pädagogik als Konzept der Selbstbildung´ auf der Website www.schule.suedtirol.it/blikk/angebote/reformpaedagogik/rp10062.htm. In der Neuauflage des Schulbuches PHOENIX Band 1 (Erscheinungsjahr 2005) wird ein Kapitel / eine Wabe zur Montessoripädagogik aufgenommen. Der rote Faden eines Themenbereiches und die sachlogische Einordnung einzelner Gegenstandsbereiche hilft, genuin pädagogische Fragestellungen herauszukristallisieren und zu einer zeiteffizienten Unterrichtsplanung für ein Halbjahr zu gelangen – im Download 3 finden Sie entsprechende Anregungen, Strukturhilfen und Materialien für das Halbjahr 11/2: Lernen und Entwicklung.
Arbeitsmaterialien zum Download
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Ergebnissicherung / weiterführende Fragestellungen
Folgende Schrittfolge für die Planung einer Reihe/Sequenz wurde vor den Hintergrund der Didaktik der Kernideen (vgl. Themenfeld: Die ´Didaktik der Kernideen´) bei dem Erstellen einer Reihe zum Themenkreis Montessoripädagogik erprobt. Zur Vorbereitung wurde das Montessorizentrum in Münster besucht, die Aufgabe für diesen Tag bestand darin, seine jeweilige persönliche Kernidee herauszufinden (vgl. Schritt 1). 1) Finden Sie in der sachlichen Auseinandersetzung mit einem Themenbereich Ihre persönliche Kernidee. Die Kernideen ließen sich so zusammentragen, dass drei unterschiedliche Gruppen die nachfolgenden Schritte bearbeiteten. 2) Strukturieren Sie die inhaltlichen Aspekte eines Gegenstandes um diese Kernidee und wählen Sie dazu die Form eines Mind Maps. 3) Formulieren Sie tragfähige Lernziele und kennzeichnen Sie den Schwerpunkt der Reihe. 4) Schreiben Sie die wesentlichen Gegenstände der Reihe, die Sie für unverzichtbar halten, auf Karteikarten (vgl. Download 1) und bringen Sie Ihre Überlegungen "auf die Reihe". Die didaktischen Überlegungen zum Aufbau der Reihe müssen den SuS die Generierung ihrer eigenen Kernidee ermöglichen. Orientieren Sie sich an einer didaktischen Grundstruktur, die dies ermöglicht (vgl. Download 2). 5) Mehrere Wege führen nach Rom, aber das Ziel bleibt Rom! Der Einstieg ist oft entscheidend, eine Baumstruktur möglicher Wege mit entsprechenden Knotenpunkten kann für eine konzeptionelle Planung seitens des Lehrers oft sehr hilfreich sein. Die Schritte 1 bis 5 sind nicht im Sinne einer linearen Kette abzuarbeiten, das Eingehen von Schleifen und Wechselbeziehungen kann zu einem konstruktiven Prozess bei der Erstellung einer Gesamtkonzeption führen - so wird auch der Zusammenhang zwischen der Makrostruktur einer Reihe und der Mikrostruktur einer Stunde, die keineswegs kongruent ist, deutlicher. Hier ist die Fähigkeit, systemisch zu denken, gefordert! Die Schritte 1 bis 4 wurden von den FS-Teilnehmern erarbeitet, aus Zeitgründen wurde zu dem Schritt 5 eine Vorlage des Fachleiters diskutiert und mit den eigenen Ergebnissen abgeglichen. Hierbei wurde noch einmal die Bedeutung der Einführungsstunden deutlich, werden doch maßgebliche Weichen sowohl für die Motivation aber auch für die Partizipation gestellt. Zumindest in der Abschlussphase einer Reihe sollte den SuS die Möglichkeit gegeben werde, durch eine Reflexion die eigene Kernidee zu generieren. Der Blick zurück hilft, subjektive Anker zu setzen und Bedeutungsnetze aufzubauen, ein integraler Bestandteil von Verstehensprozessen.
Ein persönliches Fazit
Die Erfahrungen, die ich innerhalb dieses Projektes sammeln konnte, verdeutlichen mir, wie wesentlich es ist, die eigene Faszination bzw. die eigenen Interessen im Hinblick auf einen spezifischen Themenbereich aufzuspüren und zu reflektieren, um sie nicht latent und damit ungenutzt in die Planung von Unterricht bzw. in unterrichtliches Handeln einfließen zu lassen. So ist es meiner Ansicht nach auch nur fair den SuS gegenüber aufzudecken, was ich interessant und wichtig an einem bestimmten Inhalt finde, denn im Zuge der Beantwortung meiner Fragen im Laufe des Unterrichts werden sie - wenn auch unbewusst - sich vermutlich oftmals damit auseinandersetzen, was ich denn wohl hören möchte bzw. was ich denn wohl wichtig oder betonenswert finde. Ich sehe daher in der persönlichen Begegnung mit einem Gegenstand und deren geplantem Einfluss auf den Entwurf sowie auf die Durchführung einer Reihe die Chance, auch den SuS einen Freiraum für ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Stoff zu gewähren und damit langfristig einen mündigen Umgang mit pädagogischen Inhalten zu fördern. Insgesamt habe ich daher die gemeinsame Planung einer Reihe zur "Montessori-Pädagogik" unter der Berücksichtigung individueller Kernideen und damit auch individueller Schwerpunkte als sehr aufschlussreich und nützlich für meine Arbeit in der Praxis empfunden. (N.H.)
Heinz Dorlöchter
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