Thema:
Umgang mit Texten
Impulse zur Auseinandersetzung:
Lesekompetenz (Reading Literacy) heißt, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. (OECD 2000, PISA 2000, S. 80)
Inhaltliche Hinweise
In allen gängigen Methodensammlungen und mittlerweile den meisten Schulbüchern werden methodische Hinweise zur Arbeit mit Texten gegeben, so z.B. im Schulbuch PHOENIX: Methode Lesen: Der Kleine Phoenix, S. 22, SQ3R-Methode von Robinson (Systematisches Lesen): PHOENIX Band 1, Methode Textanalyse (W-Formel): Der Kleine Phoenix, S. 298 (Vgl. auch: Dialogische Fachdidaktik I, S. 112f. - hermeneutische Kurzformel), Mind Mapping: PHOENIX Band 1, Spinnwebanalyse: PHOENIX Band II, … (vgl. die jeweiligen Methodenregister). Zum Umgang mit einem neuen Text und der Vorbereitung einer eigenen Stellungnahme sind folgende Arbeitsschritte hilfreich: Lesen / Unbekannte Begriffe, unverständliche Sätze markieren / Text gliedern / Wichtige Textstellen, Begriffe unterstreichen / Herausstellen der Frage oder des Problems, zu dem sich der Text äußert / Rekonstruktion des Argumentationsganges des Autors. Eine systematisierte Vorgehensweise zum Umgang mit Texten, die auch als Arbeitsanweisung für SuS geeignet ist, finden Sie im Download 2. Weitere sehr empfehlenswerte Anregungen von Ludger Brüning zur Lesekompetenzförderung durch kooperatives Lernen finden in der Zeitschrift LERNENDE SCHULE 33/2006, S. 30ff. und 48ff.. Den TN des Fachseminars wurde eine kleine Ideensammlung zur Textarbeit zur Verfügung gestellt. Interessante Anregungen erhält man auch unter der folgenden Adresse: Lehrerausbildung konkret: Hartmut Lenhard, Vom Umgang mit Texten – ein Leitfaden (http://www.learn-line.nrw.de/angebote/lakonkret/lehrer/unterrichten/lenhard_umgangtexte. htm). Hier wird der kommunikationstheoretische Ansatz von Schulz von Thun auf den Text als Kommunikationsmedium übertragen und darauf aufbauend aufschlussreiche Hinweise bzgl. der Leseabsicht und Leseerwartung gegeben. Eine eigene Stellungnahme zum Text, der innere Dialog in der Auseinandersetzung mit dem Text als Kommunikationsmittel, erschließt sich auch durch die ´Einspruch – Seiten´ im Schulbuch PHOENIX mit den folgenden erschließenden Arbeitsanweisungen: „Wer sagt was mit welchen Mitteln und welcher Absicht zu wem? – Ist das Gegenteil auch richtig? Mein Kommentar: …“ Zu diesem Themenbereich bietet sich eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Fachseminar Deutsch an (vgl. z. Bsp. die auf der folgenden Seite beschriebenen textproduktiven Verfahren: http://www.teachsam.de/deutsch/d_schreibf/schr_schule/protex/ protex_1.htm)!
Arbeitsmaterialien zum Download
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Ergebnissicherung / weiterführende Fragestellungen
Effektives Lesen bedeutet eine Sinn- und Bedeutungsentnahme, die durch das Einbinden in das Vorwissen und eine reflektierte Verknüpfung mit Vorkenntnissen und -erfahrungen letztlich sinnorientierte Verstehensprozesse in Gang setzt: Lesen = Verstehen. Dies kann nur gelingen, wenn man in einen Dialog mit dem Text tritt: Der Leser wird zu einem aktiven Partner und ist in der Lage, eine Fragehaltung zum Text zu entwickeln, um letztlich zu einer vertieften und nachhaltigen Auseinandersetzung zu gelangen. Gerade in diesem Zusammenhang ist die Methode des Reziproken Lernens und Lehrens besonders interessant und - wie die Praxiserfahrung zeigt - effektiv (vgl. Download 1). Die Arbeit mit Texten ist auch im Pädagogikunterricht eine zu fördernde Kompetenz, mittlerweile werden in allen Schulbüchern an mehreren Stellen konkrete methodische Hinweise gegeben. Gut praktikabel - da aus Schülersicht nicht zu langwierig und komplex - ist auch die von Wolfgang Mattes beschriebene Texteinsammelmethode (W. Mattes: Methoden für den Unterricht. Schöningh Verlag, Paderborn 2002, S. 110.). Die helfenden Impulse seitens des Lehrers sollten nicht nur Aufforderungen zur gezielten Informationsbeschaffung sein: Finden Sie heraus ..., Überprüfen Sie ..., Wo ...?, geachtet werden sollte auch auf Anregungen und Fragen, die auf ein Verstehen der Inhalte abzielen: Überlegen Sie ..., Erläutern Sie ..., Beachten Sie ..., Machen Sie sich ein Bild..., Wie ...?, Warum ...?, Wozu ...?. Zitate aus einem Text sind oft der Schlüssel zu einem Gesamtverständnis, hier können gerade bei komplexen Texten Einstiege geschaffen werden (Bsp. für eine Aufgabenstellung: Erläutern Sie die nachfolgende Aussage aus dem Zusammenhang des Textes). Zitate selbst lassen sich in Form einer gegliederten Textarbeit bearbeiteten, u.U. sogar arbeitsteilig. Visualisierungen sind ebenfalls eine Unterstützungsmöglichkeit, sich ´ein Bild´ - besser ´sein Bild´ - von den Aussagen eines Textes zu machen (Bsp. für eine Aufgabenstellung: Versuchen Sie, die hier deutlich werdende Vorstellung von … durch eine Grafik bildhaft darzustellen.) Im Sinne des oben angesprochenen anzustrebenden Dialoges ist folgenden Aufgabenstellung hilfreich: "Formulieren Sie Fragen an den Text, die Sie in Form eines Partnerinterviews diskutieren.", zumal hier der Verantwortungsbereich zunächst auf die SuS verlagert wird und damit ihre Eigenständigkeit gefordert ist. Bei Hausaufgaben, bei denen der Inhalt eines Textes Grundlage für die weitere Arbeit ist, ist es empfehlenswert, zuvor einen Schüler zu bestimmen, der die Inhaltsangabe vorträgt, um eine Sicherung der gemeinsamen Wissensbasis zu gewährleisten.
Ein persönliches Fazit
Der methodisch differenzierte Umgang mit Texten gehört zu den basalen Kompetenzen und sollte - nicht nur im Deutschunterricht - auch selbst zum Unterrichtsgegenstand gemacht werden. Über den normalen Unterricht hinaus kann er auch bei "Methodentagen" o. ä. Veranstaltungen intensiver angeleitet und geübt werden, was zum Vorteil hat, dass die Schüler über ein gemeinsames Grundwissen verfügen. Daher sollten schulweite Maßnahmen dieser Art - entgegen verbreiteter Praxis - bereits früh einsetzen und in adäquaten Zeitabständen wiederholt und erweitert werden. (A. W.)
Heinz Dorlöchter
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