Thema:
Zukunftswerkstatt: ´Schule neu denken´
Impulse zur Auseinandersetzung:
Wenn einer alleine träumt ist es nur ein Traum. Wenn Menschen gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Helder Camara
Inhaltliche Hinweise
Für den Erfolg der ZuKuWe ist es wichtig, dass die Moderatoren auf die Einhaltung der Spielregeln in den einzelnen Phasen achten, wie sie hier noch einmal angeführt werden: I. Die Kritikphase Spielregeln: 1. Diskussionsverzicht. 2. Kritik nur in Stichworten aufschreiben (kurz, kritisch, konkret). 3. Deutliche Visualisierung aller Äußerungen (Kritikpunkte auf eine Tapete aufkleben und an die Wand hängen). II. Die Phantasiephase Spielregeln: 1. Keine Kritik am Vorgebrachten. Streng verboten sind so genannte "Killerphasen" ("Das ist doch Blödsinn" - "Das geht doch überhaupt nicht" - "Das bringt doch nichts"). 2. Freies Gedankenspiel, d. h. alle Möglichkeiten des kreativen, phantastischen und utopischen Denkens sollten genutzt werden. 3. Freie Wahl der Präsentation, d. h. die Gruppe bestimmt selbst die Art und Weise der Präsentation (Bild, Collage, Gedicht, Geschichte usw.). Der Zukunftsentwurf sollte möglichst anschaulich und sinnlich erfahrbar präsentiert werden. III. Die Verwirklichungsphase Spielregeln: 1. Konkret werden, d. h. der utopische Entwurf muß in allen Einzelheiten mit den gegenwärtigen Verhältnissen konfrontiert werden. Es sollte möglichst präzise aufgezeigt werden, wer, wann, wo, wie, was machen soll. 2. Schritte zur Realisierung aufzeigen, d. h. es sollen Strategien entwickelt werden, mit deren Hilfe die Utopie schrittweise realisiert werden kann. 3. Zeitplan aufstellen, d. h. es sollte möglichst genau gesagt werden, in welcher Zeitspanne der angestrebte Endzustand erreicht werden soll. 4. Den eigenen Beitrag zur Zielverwirklichung aufzeigen, d. h. jeder Teilnehmer bzw. jede Teilnehmerin sollte die Frage beantworten: "Was wird sich in meinem Leben und meinem Verhalten ab morgen ändern?"
Arbeitsmaterialien zum Download
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Ergebnissicherung / weiterführende Fragestellungen
Jungk spricht von Utopie, wenn er jenen Zustand meint, in den sich Teilnehmer versetzen sollen, wenn sie sich ihre erwünschte Zukunft ausmalen. Die Utopie in ihrem griechischen Wortsinn als “Nirgendwo-Land” wird, ausgehend von Thomas Morus “Utopia” überwiegend verstanden als “unausführbar geltender Plan ohne jede Grundlage”. Gerade diese Nicht-Realisierungsmöglichkeit will die Zukunftswerkstatt jedoch überwinden,indem die Mitwirkenden konkrete Schritte entwickeln, die zur Umsetzung ihres Traumes hinführen. Eine besondere innovative Wirksamkeit der ZuKuWe besteht in der Umkehrung der gewohnten Perspektive, die dadurch entsteht, dass die Entwicklungsmöglichkeiten der Gegenwart von der Zukunft aus betrachtet werden und damit das lineare Denken in der Zeitenfolge Vergangenheit (Ursache) und Zukunft (Wirkung) aufgebrochen wird. Mit dem folgenden Anschreiben an alle Referendare des Studienseminars wurde über das Projekt informiert. Liebe Referendarinnen und Referendare, wir wollen das Träumen nicht aufgeben! Vielleicht haben wir ja während der Ausbildung einige Träume aufgeben müssen, weil es uns die Realität in den Schulen und die Bedingungen der Ausbildung nicht leichter gemacht haben, unsere Vorstellungen von einer besseren Schule zu verwirklichen. Wir wollen Platz schaffen für neue/alte Träume und deswegen eine Zukunftswerkstatt zu dem Thema: „Schule neu denken“ durchführen. Die Methode Zukunftswerkstatt wurde von dem Zukunftsforscher Robert Jungk konzipiert und schon zigfach in verschiedenen Organisationen zu unterschiedlichsten Themen durchgeführt. Gerade weil wir unsere Vorstellungen von einer besseren Schule weiter denken möchten und am Ende unserer zweijährigen Ausbildung nach Möglichkeiten Ausschau halten wollen, wie und ob diese Vorstellungen umzusetzen sind, halten wir diese Werkstatt für lohnenswert. Wir werden sicherlich keine endgültigen Antworten finden, die Anregungen und Fragen können aber ein wichtiger Begleiter für unseren weiteren Berufsweg werden. Die ´Werkstatt´ findet am 09.01.2003 im Studienseminar statt (normaler HS-Termin). Der organisatorische Rahmen wird folgendermaßen aussehen: 09.00 – 09.30 Einführung in die Methode Zukunftswerkstatt (vgl. Powerpoint-Vortrag, Download 1) 09.30 – 13.00 Durchführung der drei Phasen der Zukunftswerkstatt (Für jede Phase ist eine Arbeitszeit von 45´ vorgesehen, hinzu kommt noch der Austausch der Ergebnisse und die Präsentation) 13.00 – 13.30 Abschlussevaluation Bringt bitte alle Stifte, großformatige Papiere (Tapete, …) mit. Wir werden schwerpunktmäßig in den HS-Gruppen arbeiten, für eine gemütliche Atmosphäre sollten zeitig Absprachen getroffen werden. Das Vorbereitungsteam Fachseminar Erziehungswissenschaft Die hier von den TN des Fachseminars Erziehungswissenschaft durchgeführte ZuKuWe kann inhaltlich wie strukturell in dieser Form auch mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 13.1 durchgeführt werden, die inhaltliche Anbindung mit Bezug auf den Lehrplan liegt auf der Hand. Im Schulbuch PHOENIX Band 2, S. 387 – 390, wird diese Methode inhaltlich referiert. Bleibt festzuhalten, dass die TN dieser Zukunftswerkstatt sehr positive Rückmeldungen gaben, hier wurde ein wirkungsvoller Schlussakzent der Ausbildung gesetzt.
Ein persönliches Fazit
„Die Zukunft ist die Ausrede derer, die die Gegenwart nicht wollen.“
Heinz Dorlöchter
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